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Hilfe, sie schrumpfen.....

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Hunde, so klein, dass sie auf Handflächen sitzen können. Runde Köpfe, Knöpfchenaugen - eine Miniaturisierungswelle hat die Hundewelt erfasst. Es scheint: Je kleiner das Hündchen, je näher dran am lebenden Kuscheltier, desto attraktiver. Werden Hunde in Handtaschen bald von Handys erdrückt? Der Trend zu immer winzigeren Hunden kommt aus den USA - und er trifft hier auf ein geteiltes Echo. Die einen bekommen feuchte Augen: "Oh mein Gott, ist der süss!" Die anderen schütteln den Kopf - aus Unverständnis übre ihre Mitmenschen, aus Mitleid fürs Tier oder wegen beidem 


Auf den Bedarf an immer kleineren, putzigeren Hunden weiss die Hundevermehrungsbranche zu reagieren. Auch der eine oder andere Züchter vermag sich der Miniaturisierungswelle nur schwer zu entziehen. Wo es Geld zu verdienen gibt - und für Minihunde wird zum Teil sehr viel Geld bezahlt -, da versuchen sich auch schwarze Schafe, denen mehr an den Schönheitsidealen der Endverbraucher als an Rassestandards gelegen ist. Das Ergebnis sind Züchtungen von bedenklich bis zur echten Qualzucht. So wie die "teacup dogs" aus den USA, Hunde also, die man in eine Teetasse setzen könnte - was für Fotos und Internet-Videos auch häufig getan wird. Bei diesen Tieren wird ihre Kleinwüchsigkeit "züchterisch" immer weiter verfolgt. Zur Zucht werden also nur Hunde verwendet, die die anerkannten Mindestgewichts- und -grössenstandards deutlich unterschreiten. Die Resultate heissen "teacup Yorkies" oder "teacup Chihuahuas", letztere können ausgewachsen deutlich unter 1000 Gramm wiegen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es glücklicherweise meist noch verpönt, mit Chihuahuas zu züchten, die weniger als zwei Kilogramm wiegen. Dennoch werden von der "Fédération Cynologique Internationale", der Weltorganisation der Kynologie, bereits Chihuahuas ab 500 Gramm akzeptiert. Solche Hunde haben oft grosse Probleme, ihren Organismus stabil zu halten. Sie laufen beispielsweise ständig Gefahr, in Unterzucker zu fallen.


Für den Trend zu immer kleineren Hunden wurde vor allem mit Chihuahuas gezüchtet. Aber die Menschen lieben auch anderen Formen, Farben und Felle. Neben Yorkshire Terriern werden mittlerweile auch Malteser, Pudel, Zwergspitze, Shih Tzus, Mopse, Dackel und Prager Rattler auf Teetassengrösse heruntergezüchtet. Kreative Kreuzungen heissen beispielsweise "Teacup Maltipoo", eine Kreuzung zwergwüchsiger Pudel und Malteser. Werden Welpen mit den Zusätzen wie "Teacup", "Mini" oder "Super mini" angepriesen, darf von unseriösen Züchtern ausgegangen werden. Das Prinzip in einer Gesellschaft, in der Trends immer stärker ins Extreme reichen - Hauptsache, man fällt auf -, ist einfach: Je kleiner die Hunde, desto mehr Geld lässt sich mit ihnen verdienen. Reagieren Sie also niemals auf Zeitungsanzeigen, die Mini-Versionen von den ohnehin schon sehr kleinen Zwerghunderassen anbieten.

Es gibt schlicht und einfach keine Mini-Malteser oder Zwerg - Yorkis  /  zumindest nicht in anerkannten Zuchten .

"Als Besitzer hat man die Verantwortung für das Tier und sollte ihm ein artgerechtes Leben bieten!" Dazu gehöre, alle Bedürfnisse des Hundes zu erfüllen, etwa ausreichende Bewegung, genügend Sozialkontakte und sinnvolle Beschäftigung. Wer das nicht kann, komme mit dem Tierschutz in Konflikt. Strodtbeck: "Wer einen Hund als Accessoire sieht, sollte sich ein Stofftier zulegen - das fühlt sich auch in einer modischen Tasche wohl."


Quelle :  DOGS today   Sonderheft  Kleiner Hund Ganz Gross  01 / 2011

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